Heilpraktiker Naturheilkunde Alternativmedizin

Als Heilpraktiker gilt in Deutschland, wer die Heilkunde berufs- oder gewerbsmäßig ausübt, ohne als Arzt oder Psychologischer Psychotherapeut approbiert zu sein (nach § 1 des seit 1939 bestehenden Heilpraktikergesetz). Die Ausübung der Heilkunde als Heilpraktiker bedarf in Deutschland der staatlichen Erlaubnis. Der Heilpraktiker übt seinen Beruf eigenverantwortlich.
In der Schweiz besteht ein entsprechendes Berufsbild. Das SBFI hat am 28. April 2015 eine Genehmigung erteilt für die Höhere Fachprüfung für Naturheilpraktikerin und Naturheilpraktiker. Hiermit entstand ein schweizweit anerkannter und geschützter Titel für vier spezifische Fachrichtungen:
Ayurveda-Medizin,
Homöopathie, traditionelle chinesische Medizin (TCM)
traditionelle europäische Naturheilkunde (TEN).

Zuvor gab es uneinheitliche kantonale Bestimmungen zur Ausübung der Naturheilkunde. Die eidgenössische Prüfung wird von der 'Organisation der Arbeitswelt Alternativmedizin Schweiz (OdA AM)' durchgeführt.

In Österreich ist die Ausübung der Heilkunst ausschließlich den Ärzten und – beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie – den Psychotherapeuten vorbehalten. Die Ausübung des Berufes des Heilpraktikers sowie die Ausbildung dazu ist in Österreich durch das Ärztegesetz bzw. das Ausbildungsvorbehaltsgesetz verboten und strafbar. Diese Regelung wurde bereits vom Europäischen Gerichtshof geprüft und als EU-rechtskonform bestätigt.

Der Heilpraktiker:

Das Berufsbild des Heilpraktikers umfasst die allgemeine Heilkundeausübung und wird durch die Berufsbezeichnung „Heilpraktiker“ ausgedrückt. Vom Arzt oder Psychotherapeuten unterscheidet ihn, dass für ihn keine Ausbildung vorgeschrieben ist. Seine Befugnisse sind durch Gesetze und Verordnungen gegenüber denen des Arztes eingeschränkt. So ist es nicht möglich, verschreibungspflichtige Medikamente zu verordnen oder Geburtshilfe zu betreiben oder gemäß Infektionsschutzgesetz bestimmte Infektionskrankheiten zu behandeln. Heilpraktikern ist ohne Einschränkungen die Ausübung der Psychotherapie und Physiotherapie gestattet, jedoch nicht unter der geschützten Bezeichnung Psychotherapeut (§ 1 PsychThG). Personen mit nur beschränkter (sektoraler) Erlaubnis zur Heilkundeausübung ist die Ausübung der Heilkunde auf die erlaubten Bereiche beschränkt.

Heilpraktiker Tätigkeitsfelder und Methoden

Heilpraktiker mit Vollzulassung dürfen körperliche und seelische Leiden feststellen und eine eigene Therapie auch mit körperlichen Behandlungen durchführen. Sie wenden für Diagnose und Therapie häufig Methoden der Naturheilkunde oder der Alternativmedizin an. Verschreibungspflichtige Medikamente und Betäubungsmittel dürfen sie nicht verordnen. Generell kann jeder Heilpraktiker diejenigen Verfahren ausüben, die er beherrscht (Therapiefreiheit). Dies können sowohl schulmedizinische als auch naturheilkundliche oder sog. ganzheitliche Verfahren sein. Häufig führen Heilpraktiker mit Vollzulassung Zusatzbezeichnungen wie:
    Phytotherapie
    Homöopathie
    Aromatherapie
    Chiropraktik und Osteopathie
    Physiotherapie
    Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) z. B. Akupunktur
    Kinesiologie
    Bioenergetik
    Atemtherapie
    Blutegelbehandlung
    Ausleitende Verfahren
    Bioresonanztherapie

mit dem Schwerpunkt (nicht Einschränkung gemeint) auf Psychotherapie auch:
    Systemische Therapie
    NLP-Therapeut
    Autogenes Training
    Hypnose

Der Patient bezahlt in der Regel die Rechnung für seine Behandlung selbst, bis auf die teilweise Erstattung bestimmter Heilverfahren durch einige GKV und eine größere Anzahl von PKV. Das Behandlungsverhältnis regelt sich demnach auch nicht nach der GOÄ.

Nicht tätig werden dürfen Heilpraktiker bei meldepflichtigen Krankheiten, der Zahnmedizin, der Strahlentherapie und der Leichenschau sowie in der Geburtshilfe. Nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) dürfen Heilpraktiker keine Geschlechtskrankheiten behandeln. Davon ausgenommen sind Krankheiten der primären Geschlechtsorgane, sofern diese nicht sexuell übertragbar sind. Hierzu zählen beispielsweise Menstruationsbeschwerden, Prostatahyperplasie, Ovarialzysten oder Endometriose. Von Heilpraktikern entnommene Blutproben dürfen laut Strafprozessrecht nicht vor Gericht verwendet werden.

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FAQ - Fragen und Antworten zu Heilpraktiker Informationen

Fragen und kurze leicht verständliche Antworten zu Heilpraktiker Informationen

Welche Voraussetzungen müssen Heilpraktiker in Deutschland erfüllen?

In Deutschland muss ein Heilpraktiker die Heilkunde berufsmäßig ausüben, ohne als Arzt oder Psychologischer Psychotherapeut approbiert zu sein. Die Ausübung der Heilkunde als Heilpraktiker erfordert eine staatliche Erlaubnis. Diese Erlaubnis wird nach einer Überprüfung der Kenntnisse in medizinischen Grundfragen erteilt. Heilpraktiker dürfen keine verschreibungspflichtigen Medikamente verordnen und keine Geburtshilfe leisten. Sie dürfen jedoch körperliche und seelische Leiden feststellen und eigene Therapien durchführen.

Wie unterscheidet sich die Tätigkeit von Heilpraktikern in der Schweiz?

In der Schweiz gibt es seit 2015 eine anerkannte Höhere Fachprüfung für Naturheilpraktiker, die vom SBFI genehmigt wurde. Diese Prüfung führt zu einem geschützten Titel in vier spezifischen Fachrichtungen, darunter Ayurveda-Medizin und Homöopathie. Zuvor waren die Regelungen zur Ausübung der Naturheilkunde kantonal unterschiedlich. Die eidgenössische Prüfung wird von der Organisation der Arbeitswelt Alternativmedizin Schweiz durchgeführt. Diese Regelung schafft eine einheitliche Anerkennung und schützt den Berufstitel.

Welche Einschränkungen haben Heilpraktiker in Österreich?

In Österreich ist die Ausübung der Heilkunst ausschließlich Ärzten und Psychotherapeuten vorbehalten. Das Ärztegesetz und das Ausbildungsvorbehaltsgesetz verbieten die Tätigkeit als Heilpraktiker. Diese Regelung wurde vom Europäischen Gerichtshof geprüft und als EU-rechtskonform bestätigt. Heilpraktiker dürfen in Österreich keine medizinischen Dienstleistungen anbieten. Die Ausbildung und Ausübung des Heilpraktikerberufs ist dort strafbar.

Welche Behandlungsmethoden dürfen Heilpraktiker anwenden?

Heilpraktiker dürfen eine Vielzahl von Behandlungsmethoden anwenden, solange sie diese beherrschen. Dazu gehören sowohl schulmedizinische als auch naturheilkundliche Verfahren. Häufig angewandte Methoden sind Phytotherapie, Homöopathie, Aromatherapie und Chiropraktik. Auch alternative Ansätze wie Kinesiologie und Bioresonanztherapie sind verbreitet. Heilpraktiker mit Vollzulassung können körperliche und seelische Leiden diagnostizieren und behandeln.

Welche Leistungen von Heilpraktikern werden von Krankenkassen erstattet?

Die Leistungen von Heilpraktikern werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Einige private Krankenversicherungen bieten jedoch eine teilweise Erstattung bestimmter Heilverfahren an. Patienten müssen die Kosten für die Behandlung meist selbst tragen. Die Erstattungsfähigkeit hängt von den individuellen Versicherungsbedingungen ab. Es ist ratsam, sich vor der Behandlung über die Erstattungsmöglichkeiten zu informieren.

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